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Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen

Die Landesinitiative ist erfolgreich gestartet

Das Modellvorhaben (2012-2016) "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Christina Kampmann, rief alle Kommunen auf, sich um die Aufnahme in das Netzwerk zu bewerben und an der Landesinitiative "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" teilzunehmen. Vorbeugende Politik ist Kernanliegen der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Alle Kinder sollen die gleichen Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen haben.

Ausgehend von den positiven Ergebnissen und Erfahrungen des Modellvorhabens "Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" wird die Politik der Vorbeugung schrittweise in die Fläche des Landes gebracht. "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" verfolgt das Ziel, dass sich alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Grundsätze vorbeugender Politik praktisch zu eigen machen und Kinder und ihre Familien von der Schwangerschaft und Geburt bis zum Eintritt in das Berufsleben unterstützen. Kommunen und Land arbeiten Hand in Hand in dem gemeinsamen Bestreben, allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen, den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern und mittel- und langfristig soziale Folgekosten zu minimieren.

Auf fünf Regionalkonferenzen wurden im Oktober 2016 in ganz Nordrhein-Westfalen die Kommunen über die Chancen einer Teilnahme bei "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" und die zukünftige Rolle der Kommunen informiert.

Die Ergebnisse der Begleitforschung des vorangegangenen Modellvorhabens wurden auf den Regionalkonferenzen vorgestellt. Insgesamt sind im Zeitraum von 2013 - 2016 über 30 Fachberichte aus der Begleitforschung und dem Wissenstransfer entstanden. Die Bertelsmann Stiftung wird sich weiterhin im Rahmen der Landesinitiative "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" mit einer anwendungsorientierte Grundlagenforschung engagieren. Das Ergebnis wird eine empirisch fundierte Rekonstruktion der Wirkungsweise präventiver Angebote mit Fokus auf ihre Inanspruchnahme durch Familien sein.

Warum die Landesinitiative wichtig ist:

  • "Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich seit vielen Jahren zum Ziel gesetzt, allen Kindern gute Chancen für ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die positiven Erfahrungen des Modellprojektes "Kein Kind zurücklassen!" zu nutzen und weiterzuentwickeln. Das Ziel eines flächendeckenden Monitorings muss weiter optimiert und bereits erfolgreiche genutzte Präventionsbausteine untereinander in Einklang gebracht werden. Dies erhöht die Motivation aller, an der Umsetzung des gemeinsamen Ziels aktiv mitzuwirken. "

    Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Stadt Düsseldorf

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    "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen!"hat den Blick auf die Situation von Kindern wieder geschärft. Gerade auf die, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen müssen. Die Gründung der kommunalen Netzwerke für Kinder ist eine zukunftssichernde Maßnahme für unsere Gesellschaft. Die Landesinitiative findet zurecht nationale und internationale Beachtung."

    Wolfgang Jörg (MdL), Mitglied des Landtags NRW, Sprecher im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend

     

     

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    "Das besonders Lohnenswerte einer Teilnahme an 'Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen' ist für mich, dass man als Kommune seinen eigenen Weg finden kann. Niemand kommt mit erhobenen Zeigefinger auf einen zu, sondern man wird von der Landeskoordinierungsstelle dort abgeholt, wo man gerade steht. Und es ist hilfreich, sich mit den anderen Kommunen auszutauschen - so kann man voneinander lernen."

    Norbert Wörmann, Leiter der NRW-Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung

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    "Wir begrüßen es, dass die Landesregierung die Übergänge von der Schule in den Beruf verbessern will. Wir Fachhochschulen bieten duale Studiengänge an, die Ausbildung und Studium verknüpfen und Studierende mit der Arbeitswelt vertraut machen."


    Holger Dietrich, Leiter Kompetenzteam duale Studiengänge an der FH Münster

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    "Begabung durch Bildung fördern – das ist der Schlüssel zu allem. Wir müssen uns möglichst früh um Kinder kümmern, denn sie sind die Fachkräfte von morgen. Unsere Wirtschaftskraft in Nordrhein-Westfalen steigt, wenn mehr junge Menschen gute Abschlüsse haben."


    Dr. Magnus Dellwig, Referent für Wirtschaftsförderung in Oberhausen

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    "Immer höhere Sozialkosten nehmen uns immer mehr Gestaltungsspielraum. Wir müssen das Problem an der Wurzel packen. Die Reparaturkosten für das, was wir bei Bildung und Familien versäumen, machen uns auf Dauer kaputt."


    Dr. Stefan Funke, Kämmerer im Kreis Warendorf

  • "Kein Kind zurücklassen ist Zielsetzung und Ansporn zugleich, in unserer Stadtgesellschaft alles zu tun, damit jedes Kind die Unterstützung und Förderung erhält, die es benötigt, um gesund aufwachsen zu können. Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und vom Einkommen ihrer Eltern. Um es mit Charles Dickens zu sagen: 'In der kleinen Welt, in welcher Kinder leben, gibt es nichts, dass so deutlich von ihnen erkannt und gefühlt wird, als Ungerechtigkeit'".

    Beigeordneten Elke Münich, Dezernat für Familie, Bildung, Soziales (Stadt Oberhausen)

Das erfolgreiche Konzept des Modellvorhabens (2012 - 2016) „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“:

Jede Kommune baut ihre eigene Präventionskette auf

In den Kommunen übernehmen viele verschiedene Fachkräfte die umfangreichen Aufgaben für ein gelingendes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen. Sie schaffen die Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Alltag von Familien. Konkret kann das eine Verbesserung der Wohnsituation oder ein Förder- und Freizeitangebot in Kita oder Schule bedeuten. Alle Akteurinnen und Akteure sind hier gefordert, vernetzt zu arbeiten und systematisch zu kooperieren, um jedem Kind eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Wichtig ist: Es gibt nicht ein Rezept für alle Kommunen. Regionale und kommunale Unterschiede spielen eine große Rolle. Deswegen sind individuelle Lösungen das Ziel unseres Modellvorhabens. Jede Kommune findet ihren eigenen Weg und definiert individuelle Ziele. Sie erarbeitet Bewertungskriterien, an denen sich die unterschiedlichen Akteure bei der Ausgestaltung ihrer vorbeugenden Angebote orientieren. “Kein Kind zurücklassen!“ soll zusätzlichen Schwung erzeugen, damit die Kommunen vor Ort wirksame Lösungen entwickeln können.

Auf systematische Kooperation kommt es an

Die Gestaltung einer Präventionskette kann nur gemeinsam gelingen. Deswegen ist es wichtig, dass die verschiedenen Bereiche miteinander kooperieren. Hierzu gehören: Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Gesundheitswesen, Schule und Bildungswesen, Kultur-, Sport- und weitere Freizeitangebote, Ausbildungswesen und Arbeitsverwaltung, Polizei und Gerichtsbarkeit. Für eine stabile Präventionskette werden alle Akteurinnen und Akteure gebraucht. Die Kommune initiiert und koordiniert einen Verständigungsprozess, um gemeinsam zu handeln und besonders Angebote umzusetzen, die schwer erreichbare Zielgruppen ansprechen.

Gemeinsamer Erfahrungsaustausch im Lernnetzwerk

Begleitet und unterstützt wird die Arbeit vor Ort durch eine Landeskoordinierungsstelle beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugendliche, Kultur und Sport. Hier laufen alle Informationen aus den Modellkommunen zusammen. Die Beratungsleistung wird für die Kommunen koordiniert und der Austausch untereinander organisiert.

Um die unterschiedlichen Erfahrungen der teilnehmenden Kommunen für alle nutzbar zu machen, findet ein regelmäßiger Austausch in einem Lernnetzwerk statt. Durch Beratung und Fortbildung wird die individuelle Handlungskompetenz der teilnehmenden Kommunen gestärkt und der kontinuierliche Erfahrungs- und Wissensaustausch innerhalb des Netzwerkes sichergestellt.

Begleitende Forschung und Evaluation

Das Modellvorhaben wird fachlich und fiskalisch evaluiert. Das Ziel der Evaluation ist, die Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen vorbeugendes Handeln Wirkung bei Kindern und Jugendlichen und ihren Familien entfalten kann.

Die Bertelsmann Stiftung mit ihren wissenschaftlichen Partnern untersucht den Stellenwert  präventiven Handelns bei kommunalen Entscheidern, Aufbau und Zusammenwirken kommunaler Strukturen und die Inanspruchnahme kommunaler Angebote durch die Familien. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Auslotung datenbasierter Steuerung knapper Ressourcen.

Die finanzwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich insbesondere mit präventiven Investitionen. Insgesamt kann in Deutschland bisher nur in sehr begrenztem Umfang an Evaluationsforschung zur Effektivität umfassender sozialpräventiver Ansätze auf kommunaler Ebene angeknüpft werden. Die Begleitforschung des Modellvorhabens stellt am Ende des Prozesses belastbare fachliche und fiskalische Grundlagen zur Verfügung. Zur Verstetigung und nachhaltigen Orientierung sind jedoch weitere evaluative Prozesse auf allen politischen Ebenen notwendig, wenn Wirkungsorientierung im kommunalen Alltag als handlungsleitende Maxime verortet werden soll.

Ergebnisse weitergeben

Der Landesregierung und der Bertelsmann Stiftung ist es wichtig, dass alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen von den Erfahrungen und Erkenntnissen profitieren. Das im Modellvorhaben gewonnene Wissen wird in einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch mit anderen Projekten, wie beispielsweise dem LVR-Programm „Teilhabe ermöglichen - Kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut“ geteilt. Durch gemeinsame Fachveranstaltungen können auch andere Akteurinnen und Akteure von unseren Ergebnissen profitieren - sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch darüber hinaus.

Grußwort

"Die Erfolge von "Kein Kind zurücklassen!" wollen wir nun Schritt für Schritt im gesamten Land wiederholen, indem wir gemeinsam mit weiteren Städten und Kreisen eine vorbeugende Politik für Kinder und junge Menschen umsetzen."
Hannelore Kraft

Begleitforschung

Das Modellvorhaben wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitforschung lag in Verantwortung der Bertelsmann Stiftung und ihren wissenschaftlichen Partnern. Ziel der Begleitforschung war es, die Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen vorbeugendes Handeln Wirkung bei Kindern und Jugendlichen und ihren Familien entfalten kann.

Lernnetzwerk

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeskoordinierungsstelle bringen die kommunalen Akteure in einem Lernnetzwerk zusammen. Sie bieten Raum für interkommunalen Austausch in vertrauensvoller Atmosphäre und die Möglichkeit, voneinander zu lernen.