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28.02.2017, Düsseldorf

Freie Träger bei „Kein Kind zurücklassen!“

Vertreterinnen und Vertreter der Freien Träger trafen sich auf Einladung der Landeskoordinierungsstelle im Familienministerium, um über die Möglichkeiten der Beteiligung bei der kommunalen Präventionsarbeit im Rahmen der Landesinitiative „Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen“ zu diskutieren.

Martin Debener, Fachreferent für Armut und Grundsicherung bei der freien Wohlfahrtspflege, aber auch mit einer halben Stelle abgeordnet an die Landeskoordinierungsstelle "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen", hatte seine Kolleginnen und Kollegen aus den Kommunen eingeladen, um mit ihnen die Anknüpfungspunkte bei der Landesinitiative zu definieren.

Marco Becker, Leiter der Projektgruppe Prävention im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der Freien Träger in Düsseldorf und gab einführend einen kurzen Überblick über wichtige Elemente der Landesinitiative: das Präventionsleitbild, die Präventionskette und die wirkungsorientierte Steuerung. Die Freie Wohlfahrtspflege bewertete er als einen bedeutenden Partner der Landesinitiative und ihre Einbindung als ein wichtiges Ziel für "Kein Kind zurücklassen!".

Maren Hilke aus der Stabsstelle der Landeskoordinierungsstelle "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" konkretisierte den Einblick in die Arbeit an den Präventionsketten am Lebenslauf entlang. Es gälte einen Sichtweisen-Wechsel anzustoßen. Ziel sei es, "vom Kind her" zu denken und nicht aus Sicht der Zuständigkeiten und Strukturen zu arbeiten. Trotzdem könnten Regelstrukturen und -zugänge hilfreich sein und sollten genutzt werden. Im Planungsworkshop, der in jeder "Kein Kind zurücklassen!"-Kommune von der Landeskoordinierungsstelle durchgeführt wird, gäbe es die Möglichkeit für die Freien Träger, sich zu positionieren und einzubringen. So könne die Präventionsketten in den Kommunen gemeinsam gestaltet werden. Ein Unterstützungsangebot für diese Verknüpfungsarbeit unterbreitete Martin Debener, der als Fachreferent der freien Wohlfahrtspflege in der Landeskoordinierungsstelle den Kontakt zu den Freien Trägern pflegt. Seine Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Freien Träger bei "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" eingebunden werden.

Wie gute Netzwerkarbeit aussehen kann, vermittelte ein Beispiel aus Düsseldorf. Barbara Dully von der Diakonie in Düsseldorf berichtete von dem "Kein Kind zurücklassen!"-Projekt "Kita-Eingangsuntersuchung", was von den Freien Trägern mitgestaltet und mitgetragen wird. Ziel des Projektes ist es, Kinder frühzeitig zu fördern und auch Eltern schon beim Kita-Start des Kindes für passende Unterstützungsangebote zu sensibilisieren. Sprach-, Koordinations-, Motorik- und Konzentrationschecks sowie eine ärztliche Untersuchung gehören zur "Kita-Eingangsuntersuchung", die im Düsseldorfer Stadtteil Hassels Nord in drei Kitas durchgeführt wird. Die Untersuchung bringt die Eltern und Kinder mit einer Kinderärztin, einer Präventionsmanagerin des Stadtteils und dem Erziehungspersonal an einen Tisch. Barbara Dully unterstrich besonders, die gute Kooperation im Sozialraum und auch mit dem Gesundheitsamt. Was besonders interessant ist, da der Gesundheitssektor einen wichtigen Zugangsweg zu den Familien darstellt. Das ergab die wissenschaftliche Begleitforschung der Bertelsmann Stiftung aus der Modellphase.

In der konstruktiven Diskussion der Vertreterinnen und Vertreter der Freien Träger wurden die Situationen vor Ort verglichen und insbesondere der Umgang mit Doppelstrukturen angesprochen. Christin M. Jasper, kommunale Begleiterin aus der Landeskoordinierungsstelle, konnte bei diesem Punkt aufgrund ihrer Erfahrungen aus der Arbeit mit den Kommunen anknüpfen. Die Schaffung von Synergieeffekten vor Ort, dadurch das gute Angebote und Strukturen vernetzt werden, ist eine Zielsetzung der Landesinitiative "Kein Kind zurücklassen!". Ein oft aufwendiger Prozess, der Mühe kostet und einen ehrlichen intersektoralen Austausch erfordert.