Login

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
08.12.2016

Die WHO schaut auf „Kein Kind zurücklassen!“

Bei der WHO-Konferenz in Paris, die am 7. und 8. Dezember 2016 unter dem Titel „Gemeinsam für mehr Gesundheit und Wohlbefinden“ stattfand, stellte Staatssekretär Neuendorf die Landesinitiative „Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen“ vor.

Vor Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheits-, Sozial- und Bildungspolitik aus über 40 europäischen Ländern und Experten von internationalen Organisationen erklärte Neuendorf: "Der präventive Politikansatz, den wir in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg umsetzen, findet auch international viel Beachtung. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich freue mich, unsere Landesinitiative vor internationalen Fachleuten präsentieren zu können. Das ist eine gute Chance, andere Länder von unserem Konzept zu überzeugen."

Die World Health Organisation (WHO) blickt bei ihrer Konferenz in Paris besonders auf die Kinder Europas. Auch wenn sich der Gesundheitszustand der europäischen Bevölkerung insgesamt verbessert habe. So bekämen doch nicht alle Kinder dieselben Chancen auf ein gesundes Heranwachsen. Kinder trügen ein höheres Risiko in Bezug auf Armut oder soziale Ausgrenzung. "Wenn wir ernsthaft entschlossen sind, die Gesundheit unserer Kinder und künftiger Generationen zu verbessern, müssen wir gemeinsam handeln, und zwar jetzt", erklärte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. "Die Gesundheitspolitik allein kann nicht das gesamte Spektrum der politischen Maßnahmen in Angriff nehmen, die die Bedingungen prägen, unter denen unsere Kinder heranwachsen, und die wiederum ihre Chancen auf ein gesundes und glückliches Leben beeinflussen. Wir haben jetzt die einzigartige Gelegenheit, die Gräben zu überwinden, die uns trennen, und dafür zu sorgen, dass kein Kind durch die Maschen fällt."

Die Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt die Zusammenarbeit verschiedener Politikbereiche zu beleuchten und die sich daraus ergebenden Synergieeffekte zu identifizieren. Als Beispiel für intersektorale Zusammenarbeit verschiedener Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Soziales stellte Staatssekretär Neuendorf die Landesinitiative "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" vor. Auf besonderes Interesse stieß dabei die geschlossene Kette präventiver Maßnahmen, die sich am Lebenslauf der Kinder orientiert und von der Schwangerschaft bis ins Erwerbsleben reicht. Die Gestaltungen der Übergangsphasen, zum Beispiel vom Kindergarten in die Schule, fanden besondere Aufmerksamkeit.

In einem englischsprachigen Flyer können die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer die Grundzüge von "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" nachlesen. Den Flyer "Leave No Child Behind - Creation of prevention chains in North Rhine-Westphalia's towns and cities" finden sie hier.

Weitere Beispiele der Zusammenarbeit in den Themenfeldern Gesundheit, Soziales und Bildung stellten Frankreich, Island und Slowenien vor.

In Frankreich kooperieren das Ministerium für Soziales und Gesundheit und das Bildungsministerium seit November 2016 durch ein Rahmenabkommen bei dem Programm "Gesunder Weg". Gesundheitserziehung, Krankheitsprävention und Gesundheitsschutz sollen sich in den schulischen Lehrplänen widerspiegeln. So will man das Wohlbefinden der Kinder in der Schule fördern und soziale Ungleichheiten im Gesundheitsbereich bekämpfen.

Auch Island setzt auf ressortübergreifende Maßnahmen. Im Bereich Kindeswohlgefährdung arbeiten sie dort mit fachübergreifenden Zentren. "Barnahus" heißen diese Zentren, die Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung untersuchen und die Betroffenen unterstützen. Die Zielsetzung besteht darin, die Prävention zu verbessern.

Slowenien arbeitet mit einem nationalen Programm zur Prävention von Gewalt in der Familie. Es handelt sich um ein gemeinsames Aufklärungsprogramm des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens über Gewalt. Es ist speziell für besonders gefährdete Familien sowie die zuständigen Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialwesens konzipiert.

Die vorgestellten Projekte und eine Sammlung von Fallstudien aus der gesamten europäischen Region dienen als Basis für einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch. Zielsetzung der Konferenz ist es, sich mit diesen innovativen Wegen und Konzepten, wie etwa "Kein Kind zurücklassen!", nicht nur inhaltlich zu befassen, sondern am Ende der Konferenz Empfehlungen für konkrete Maßnahmen in verschiedenen Politikbereichen zu entwickeln. Dabei soll ein allgemeiner sozialer Basisschutz für mehr Gesundheit und Wohlbefinden im Fokus liegen. Hier stehen besonders Schulen und vorschulische Einrichtungen im Mittelpunkt. Eine gute Politiksteuerung soll die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Kinder und Jugendlichen sicherstellen.

Weitere Bilder der WHO-Konferenz in Paris finden sie hier.